Liebe Teilnehmer*innen,
kurzes und knappes aus den letzten Wochen.
Die Schwalben in Bursfelde an der Scheune haben uns weiter beschäftigt. Nach unserer Eingabe wurde ein sofortiger Baustopp verhängt. Unsere Forderung nach Gerüstabbau, bzw. die obere Etage, damit die Schwalben einen etwas besseren Anflug zum Nest haben verzögerte sich um gut eine Woche. In ihrer Not beflogen die Mehlschwalben umliegende Häuser, um ggf. dort ihre Nester bauen zu können.
Mitte Juli will man sich Vorort treffen, um über die Verlängerung des Baustopps zu verhandeln!!!!
Die Schwalben, die ihre alten Nester an der Scheune nutzten, werden sicherlich noch nicht auf dem Herbst-Zug in den Süden sein.
Erst nächstes Jahr werden wir sehen, wie der Gerüstschock sich auf die Population ausgewirkt hat, denn meine zeitnahe Beobachtung zeigt deutlich weniger Schwalbenbetrieb.

Ein großer alter Baumstamm auf einem Kindergartengelände war nicht nur für die Kinder interessant, sondern auch ein Hummelvolk hatte sich im schon sehr morschen Teilbereich eingenistet. Nachdem Kinder gestochen worden sind, ging es darum, eine gute Lösung auch für die Hummeln zu finden. Der Bereich wurde erst mal abgesperrt und ich wurde gebeten mich darum zu kümmern. Vorort schaute ich mir den Neststandort an und kam zur Überzeugung, dass eine Umsiedlung möglich ist. Am Abend stellte ich einen Umsiedlungskasten neben den Nestbereich und mit Schutzanzug und Handschuhen legte ich das freigelegte Nest mit ein paar Hummeln in den Kasten. Nicht gerade erfreut waren die Hummeln
was sich durch ein paar Stiche durch die Handschuhe bemerkbar machte. Immer mehr Hummeln beflogen ihr Nest im Kasten, den ich bis zum nächsten späten Abend dort stehen ließ. Im Bild links unten ist der Nistbereich mit zwei Hummeln zu sehen.

Den Kasten mit den Hummeln stellte ich bei uns im Garten zwischen Beinwell Pflanzen und öffnete am nächsten Morgen sehr früh das Flugloch.
Es dauerte nicht lange und die ersten Tiere zeigten sich, prägten sich mit kleinen Runden vorm Kasten ihren neuen Standort ein und ab ging es in die Nahrungspflanzen. Diese Umsiedlung war relativ einfach zu händeln und ich gehe davon aus, dass über 90 % der Tiere mit umgezogen sind. Nicht alle kommen am späten Abend zurück in ihr Nest und übernachten geschützt woanders. Diese Spätheimkehrer lösen sich nach ein paar Tagen vom ehem. Standort. Grundsätzlich sollte eine Erhaltung der Insektennester immer eine tragende Rolle bei Problemen mit spielen.

Dieses Mausohr hatte eine Katze ihrem Besitzer vorgelegt, was schon sehr ungewöhnlich war. Es kommt schon häufig vor, aber meist sind es die kleineren Arten, die dann nicht überleben. Mit gut 40 g Gewicht und einer Spannweite von 40 cm ist das Mausohr einer unserer größten Arten.
Nach ein paar Tagen Pflege wurde das Tier wieder frei gelassen.

Der NABU Northeim hat dem NABU Schutzgebiet Bührener Schedetal 15 Wassersäcke für unseren Baum und Naturlehrpfad zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank für eure Unterstützung.
Die ersten drei Säcke wurden schon angebracht und befüllt. Bislang sind die Bäume mit dem wenigen Regen ganz gut zurechtgekommen. Der Witterung entsprechend werden wir insbesondere die Neuanpflanzung mit den Wassersäcken ausrüsten.

Der NABU Northeim hat uns auf Reise geschickt und so sind Bernhard und ich zu einem zwei Tage Seminar nach Tangermünde gefahren.
Das spezielle Thema war Beweidung von Feuchtwiesen im Naturschutzgebiet Mahlpfuhler Fenn unter der Berücksichtigung des Breitblättrigen Knabenkraut. Auf dem unteren Bild: die meisten der Teilnehmerrunde bei der Exkursion im Gelände.

Die Orchidee hat sich durch geschicktes Beweidungskonzept wieder gut verbreitet.

Neben Exmoor Ponys beweiden noch 30 Bullen und Wasserbüffel die unterschiedlichen Flächen im Naturschutzgebiet. Die Tiere leben das ganze Jahr draußen und sind im Allgemeinen sehr scheu.
Exmoor Ponys sind britische Kleinpferde, die besonders in Südwestengland frei in den Mooren eingesetzt werden.

Es dauerte gut 15 Minuten, dann hatte die Neugier doch gesiegt und die Ponys kamen immer näher und wir beschnupperten uns gegenseitig.
Tangermünde und das Naturschutzgebiet Mahlpfuhler Feld ist schon eine Reise wert.

Bei den Neuanpflanzungen zum mulchen mal ohne PS unterwegs mit diesem faltbaren Handwagen. Wollte meinen CO ² Fußabdruck verbessern.

Entspannt bei einem Rundgang entlang des angelegten Baum- und Naturlehrpfades die Landschaft und Ruhe genießen.

Und dann gab es zu meiner großen Überraschung noch eine Auszeichnung vom NABU Landesverband.
Die Ehrennadel in Gold überreichte mir Bernhard auf der JHV vom NABU Northeim.
Über 40 Jahre Naturschutz, dazu ein kurzes Resümee:
Beim oft in die Wunde gelegten Zeigefinger gab es Zustimmung, aber meist nur das weiter so.
Besonders in Erinnerung blieb die Erfolgsgeschichte Wiederansiedlung des Uhus in Südniedersachen. So gut wie ausgestorben, besiedelte er dann immer weitere Landstriche und heute können wir sagen, er hat überlebt.
Oder der Fledermausschutz im Landkreis und darüber hinaus, der viele positive Aspekte hinterlässt
Nicht zu vergessen das NABU Schutzgebiet Bührener Schedetal, dass schon allein von der Lage her als ein Natur-Juwel zu betrachten ist.
Der Jahrzehnte lange Einsatz für ein mehr an strukturierte Feldraine, mehr Artenvielfalt in unserer Agrarlandschaft ist leider fehlgeschlagen. Die Artenvielfalt nimmt weiter ab und aus meiner Sicht liegt eine Umkehr noch in weiter Ferne.
Die oft gesehene Gleichgültigkeit gegenüber unserer Umwelt, der vorgelebte Egoismus, dazu der nicht so richtig wahr genommene Klimawandel lassen mich schon sehr zweifeln, ob wir die Kurve noch kriegen. Was für eine Erde hinterlassen wir unseren Kindern und Enkeln?
Dafür gab es aber hunderte von kleinen Erfolgserlebnissen, positive Begegnungen in der langen Zeit, die durchaus im Rückblick zufrieden und oft glücklich machen konnten.

Sommerlicher Rundgang:
Einladung zu einem Spaziergang durch das Schutzgebiet Bührener Schedetal am Sonntag, den 17. Juli.
Gestartet wird ab 13.30 Uhr, Parkplatz Hundeplatz / Sportplatz.
Auf halber Strecke bieten wir zur Pause Kaffee und Kuchen mit Kaltgetränken an. Teller, Besteck und Trinkbecher sollten Teilnehmer mitbringen.
Zur besseren Planung ist eine Anmeldung per Mail notwendig. Freuen uns auf schönes Wetter, rege Teilnahme und netten Austausch.
Schöne Zeit wünscht euch HJH