Liebe Teilnehmer*Innen,
es ist schon ein paar Wochen her mit meinen letztem Rundbrief, hatte ja auch auf eine „Sommerpause“ hingewiesen. In der Zwischenzeit hat sich doch einiges angesammelt und so untätig waren wir doch nicht.
Insbesondere die geschlossene Wildvogel-Pflegestation in Göttingen macht sich nicht nur zeitlich bei mir bemerkbar. Manchmal gefühlte 50 Anrufe wegen aufgefundener oder aufgesammelten angeblich pflegebedürftige Tiere, mit oft nicht einfachen Gesprächen. Eine im Landkreis unerträgliche Situation.
Beginnen werde ich mit interessanten Erfolgen und Umsetzungen auch außerhalb vom Bührener Schutzgebiet.
Vielleicht erinnern sich noch einige an die nicht nur öffentlich ausgetragene Auseinandersetzung um den Erhalt der größten Mehlschwalbenkolonie Südniedersachsen in Bursfelde. Hatte doch der Pächter die unsägliche Idee, die Scheune einrüsten zu lassen, während die zurück kehrenden Schwalben das Gebäude anflogen. Es wurde ein Baustopp verhängt und die oberen Gerüstreihen abgebaut, damit die Schwalben ihre Nester anfliegen können. Es dauerte natürlich einige Tage mit der Umsetzung, denn es brodelte gewaltig hinter den Kulissen mit der Klosterkammer als Eigentümer. In ihrer Not versuchten Schwalben an Nebengebäuden zu bauen, flogen um die Gerüststangen herum oder blieben dann ganz weg. In diesem Jahr hat es sich gezeigt, dass sich der große Einsatz gelohnt hat. Die Nester sind wieder gut besetzt, Es lohnt sich dem „Schwalbentreiben“ mal minutenlang zu zu schauen.
Im übrigen hat Herr Radde von den Göttinger Ornithologen, der seit 2017 die Kolonie verfolgt eine kleine Abhandlung dazu geschrieben die im Netz zu finden ist.
Gebäudeartenschutz mit dem Landkreis. Das läuft sehr gut mit dem LK Göttingen. Fast alle Gebäude im Eigentum vom Landkreis wurden in den letzten vier Jahren mit Nist- und Quartierhilfen bestückt. Vor gut vier Wochen sind weitere fünf Gebäude im Bereich der Stadt Hann. Münden möbliert worden.
Kartierer war im Schutzgebiet unterwegs. Im letzten Jahr hatte der Vorstand beschlossen im ersten Halbjahr dieses Jahres mal die Vogelwelt, Libellen und Tagfalter untersuchen lassen. Mal sehen, ob es neben den schon erfassten Arten Neuigkeiten gibt. Mein Eindruck ist, dass durch die anhaltende Trockenheit in den letzten Jahren es einen Artenrückgang insbesondere bei Libellen und Falter gibt.
Der letzte Sturm hat auch im Schutzgebiet seine Spuren hinter lassen. Die umgefallenen Stämme und Äste haben wir soweit auf gesägt. Demnächst werden wir das Schnittgut von der Fläche räumen. Der vom NABU Grundstück über den Weg gefallene Baum haben wir klein gesägt und weggeräumt.
Seltsames Nestgebilde im Erlenauenwald. Am letzten Sonntag bin ich durch den angelegten Erlenauenwald gegangen und habe dabei ein an einem Erlenast angeflochtenes Nest entdeckt. Fein säuberlich mit Erlenblättern verwoben und im inneren weich mit Moos aus gepolstert. Von der Nestgröße her könnte es eine Beutelmeise sein, auch die Nähe des Gewässers spricht dafür. Nur nimmt sie zum Nestbau keine Blätter sondern Gräser und es wäre schon eine kleine Sensation. Vielleicht bekomme ich ja noch raus wer der Baumeister war??
Unter der weit ausladenden Ur-Alteiche als Schattenspender ist eine Ruhepause sicherlich angenehm. Wie schon angekündigt werden die weit nach außen reichenden Äste zur Kronenentlastung im Oktober stark gekürzt. Eine Baumpflegefirma mit Seiltechnik wurde damit beauftragt. Die Kosten werden durch private Spenden, dem Landkreis Göttingen und Bingo die niedersächsische Umweltstiftung getragen. Auf uns kommt dann das Aufsägen und Abräumen der abfallenden Äste und Stämme zu. Keine Kleinigkeit.
Mein Chef von der NABU Stiftung hatte mich schon mehrmals gebeten doch das bundesweite Schutzgebietsbetreuer-Treffen mal im Bührener Schedetal durch führen zu lassen. Immer habe ich mich gewehrt, war der Meinung, da gibt es doch ganz andere Schutzgebiete unter den vielen bundesweit verteilten.
Aber nun ist es soweit, am 1. und 2. September darf ich unser Schutzgebiet meinen Kollegen*innen vorstellen. Da habe ich schon etwas Respekt vor, sind doch durchweg Experten*Innen dabei. Drückt mir einfach die Daumen. Unten ein Auszug vom Rundbrief der NABU Stiftung für seine Betreuer.
Zum Abschluss noch ein paar Mitteilungen:
Bei der niedersächsischen Umweltstiftung hatte ich unter dem Motto „Blühendes Schedetal II“ weitere Fördermittel beantragt. Bis zu 1.500,- € wurden bewilligt für Bäume, Büsche, Pfosten und Schilder. Ab Oktober bis zum Mai 2024 können wir entspannt diese Maßnahme umsetzen.
Wir haben eine Whats App Aktiven Gruppe eingerichtet: Wasser-aktiv-mehr. Darüber werden wir Aktivitäten wie z.B. Bewässern, Anpflanzungen, Mähen mitteilen oder auch Anfragen starten. Wer aus diesem Kreis noch mit machen möchte, bitte über WhatsApp melden.
Vielleicht sollten wir Aktive uns mal gemeinsam im Schutzgebiet treffen um über die allgemeinen Tätigkeiten im Schutzgebiet zu sprechen. Mit Grill oder Kaffee und Kuchen sollte das gelingen.
Schöne Zeit wünscht HJH