Jahrgang 2023

16.12.2023

Liebe Teilnehmer*Innen,

mit diesem letzten Rundbrief in 2023 will ich mein Hauptmerk auf unsere geförderten Projekte legen. Über die niedersächsische Umweltstiftung haben wir in 2023 für vier Projekte Fördermittel mit einem Gesamtvolumen von rund 7.500,- € bewilligt bekommen. Ohne solche Stiftungen wären Maßnahmen dieser Größenordnung nicht möglich. Es macht zwar viel Arbeit mit Antragsstellungen, Kostenerfassung, Abrechnungen, Abschlussbericht mit Fotos, Presseberichte u.v.m.Ein Projekt war unter anderem ein Entlastungsschnitt für unsere etwas in Schieflage geratene alte Eiche. Der Landkreis Göttingen, der die Maßnahme auch finanziell unterstützt, hatte den Baumgutachter ausgesucht, der auch den Rückschnitt vornahm.

Mittels Hubsteiger, Seiltechnik und Handsägen (!) wurden die Kronenäste ein gekürzt.  In diesen mächtigen Kronenwald sich zu bewegen scheint für mich ein besonderes Erlebnis zu sein (wenn ich nur jünger wäre).

Das Kronengesicht weitgehend bewahren, dennoch für Entlastung zu sorgen war unser Anspruch. Auf dem Bild vielleicht auch schon zu erkennen, dass die Neigungsseite stärker entlastet wurde. Auch wurde das vielfältige Totholz in der Krone belassen für spezielle Insekten, verschiedene Spechtarten die hier“hämmern“ können, Höhlen für Nachmieter bauen. Das angefallene Schnittgut sollte noch weggeräumt werden. Wer kann sich am 28. Dezember so ab 13.30 Uhr mal für zwei Stunden frei nehmen und mithelfen die Äste weg zu räumen? Bitte mal melden!!

Seit Jahrzehnten gibt es Naturschutzgruppen, die im praktischen Naturschutz / Artenschutz tätig sind. Diese Einsätze sind vielfältig, oft mühselig aber notwendig im Bereich der Biotoppflege. Der gestellte Maschineneinsatz ging meist von privater Hand aus. Vor zwei, drei Jahren gab es ein Umdenken in der Fördermittel Struktur von Stiftungen und es werden nun zur Biotoppflege notwendige Ausrüstungen gefördert. Wir haben vom Verein aus für Hartmut und Marcus diesbezüglich Fördermittel beantragt für Schutzausrüstung, Ausbildung im Forstbereich mit Prüfung und Sägeschein. Herzlichen Glückwunsch! Sägearbeiten kommen immer wieder mal vor und so sind wir gut vorbereitet und abgesichert.

Foto: Hartmut

Unter dem Antragstitel „Blühendes Schedetal II“ bei der Umweltstiftung wurden rund 1.500,- € für verschiedene Bäume und Sträucher bewilligt. Wie schon in den Jahren davor werden wir mit der „Anpflanzung kunterbunt“ das Bührener Schedetal weiter bereichern. Die unter Vorgaben bestellten Gehölze bei einer Baumschule in der Region konnte ich Ende Oktober abholen. Sie liegen eingeschlagen im Schutzgebiet und warten auf einen Einpflanztermin im Januar 2024.

Auch diese Kraniche wurden vom Wintereinbruch überrascht und zogen Anfang Dezember noch schnell Richtung Süden weiter. Es könnte ja noch kälter werden.

War das nicht einfach wunderbar, endlich mal ein Paar Tage Schnee und Frost. Zeit für lange Spaziergänge durch verschneite Landschaft. Zeit zum tief durchatmen, Herz und Seele einfach mal genießen lassen. Auch der Gang durch den „Feen Tunnel“ war ein Erlebnis für sich. Ab und zu habe ich was wispern gehört und ich meine so kleine weiße Schneeanzüge mit roter Zipfelmütze durch das Geäst huschen zu sehen. Oder waren es doch nur ein Trupp Schwanzmeisen die durch das Geäst turnten und nach Nahrung suchten. Ach, einfach fest dran Glauben.

Mit diesem Winterbild will ich mich für dieses Jahr von allen Teilnehmern*Innen verabschieden. Ein herzliches Dankeschön senden an alle die uns unterstützen, dabei sind um unsere gemeinsamen Ziele weiter zu fördern. Dankeschön auch für manch positive Rückmeldung.

Allen wünsche ich eine friedliche und besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch in das neue Jahr 2024. Setzten wir uns weiter für eine friedliche Welt, für unsere demokratischen Werte, Zuhause, in Europa und der ganzen Welt ein. Nicht zu vergessen, der dramatische Klimawandel, der mir große Sorgen und Ängste bereitet für nachkommende Generationen. Euer HJH

25.11.2023 – Jahreshauptversammlung

Für Samstag den 25.11.2023 lade ich alle zu unserer Jahreshauptversammlung nach Bühren ein.
Wir treffen uns in Ute’s Weinstube, Rollbachweg 5 ab 19.00 Uhr.
Wir freuen uns über alle Mitglieder und Interessierte!

11.10.2023

Liebe Teilnehmer*Innen, nach der „Sommerpause“, die temperaturmäßig noch nicht zu Ende ist, will ich mich mit einigen Neuigkeiten wieder zurück melden. Seit vielen Jahren laufe ich u. a. von Varlosen rüber nach Löwenhagen. War bis vor kurzem auch ohne Probleme möglich. Dazu habe ich die Kreisstraße überquert und bin den Feldweg hoch gekommen. Im unterem Bereich stand bis vor wenigen Jahren noch ein Heckenstreifen bis der Weg in die Kategorie „Pflegeleicht“ umgewidmet wurde, also ohne Gehölzstruktur.

Vor ein paar Wochen war der Feldweg ganz verschwunden, einfach unter den Pflug genommen. Da stand ich nun an der Straße und war recht perplex, dass solch ein ewig dahin gehörender Feldweg einfach mal so mit unter gepflügt wird.

Kunterbunt mit Früchten geradezu überfrachtet, so sieht es jetzt im Bührener Schedetal aus. Für lange Zeit eine Nahrungsquelle für viele Wildtiere.

Kunterbuntes wächst auch im Gewässerrandstreifen heran und unterdrückt so langsam die dominierende Brennnessel. Seit mehreren Jahren haben wir hier immer Abschnittsweise verschiedene Bäume und Sträucher angepflanzt. Auch dieses Jahr im Herbst, sowie im Frühjahr werden wir weiter anpflanzen können.

Die niedersächsische Umweltstiftung Bingo fördert unter dem Motto „Blühendes Schedetal II“ die Pflanzmaßnahme mit 1.500,- €. Also frei nehmen und mitmachen!

Ein weiteres Projekt fördert die Umweltstiftung Bingo mit 2.900 € auf dem Automobilstellplatz bei Bühren. Hier wird der Eingang eines Winterquartieres für Fledermäuse neu gestaltet. Anfang der 90er Jahre haben wir den ehem. Bandabzugstunnel in einen Fledermaustunnel ausgebaut. Mit den Jahren waren die Eingangsrohre abgesackt, zugeschüttet, sodass der Tunnel seinen Zweck nicht mehr erfüllen konnte. Wohl noch im Herbst bekommt der Eingang ein neues Gesicht. Neue Eingangsrohre werden verlegt, ein Gittertor kommt zur Absperrung davor. Dazu eine Bretterabsperrung rund um den Eingangsbereich mit Info-Schild.

Dieses Graue Langohr hatte ich zur Kurzzeitpflege. Es wurde in Hann. Münden abgehangen an einer Hauswand aufgefunden. Es hatte keine Verletzungen, war etwas geschwächt und konnte nach drei Tagen wieder frei gelassen werden. Schaut mal genau hin, Langohren haben immer ein freundliches Gesicht, oder?

Im übrigen war ich vor kurzem zur Hemelner Umweltwoche eingeladen, um einen Vortrag zu halten, mit dem Titel „Geheimnisvolle Nachtschwärmer – 35 Jahre Fledermausschutz im Landkreis Göttingen“, der nach meiner Auffassung sehr gut angekommen ist.

Artenschutz mit Gebäuden in Duderstadt. Nachdem die Gebäudeprojekte vom Landkreis in Göttingen und Hann. Münden als abgeschlossen gelten, sind es nun sechs Gebäudekomplexe im Raum Duderstadt die für mehr Artenschutz an Gebäuden bewertet werden sollen. Oft nicht einfach an den sterilen Gebäuden um zu setzen. Vor allem der Klimawandel bereitet in den letzten Jahren wegen den hohen Temperaturen zur Brut- und Aufzuchtszeit große Probleme. Geschützte Plätze ohne zusätzlicher Sonnenbestrahlung zu finden ist nicht leicht. Es wurde in den letzten Jahren festgestellt, das wegen Überhitzung der Brutstätten Jungtiere vorzeitig diese verlassen und dann meist nicht überleben können.

Zeit nehmen und nicht vergessen:

Für Samstag den 25.11.2023 lade ich alle zu unserer Jahreshauptversammlung nach Bühren ein. Wir treffen uns in Ute’s Weinstube, Rollbachweg 5 ab 19.00 Uhr. Mitglieder bekommen noch eine separate Einladung per Mail zugesandt und wir vom Vorstand hoffen auf 99,0 % Beteiligung. Alle sind geladen, ob Mitglieder*innen oder die es noch werden wollen, Freund*Innen, Bekannte, einfach alle Interessierten. Für Aktive und die es noch werden wollen, haben wir eine WhatsApp Gruppe eingerichtet. Bitte melden, wer da noch beitreten möchte, um ab und zu, wenn es passt, im Schutzgebiet unterstützend zu helfen oder selbstständig zu agieren.

Die Umweltstiftung Bingo hat für nächstes Jahr in Niedersachsen zu einer „Woche der Natur“ vom 15.06. bis 23.06. 2024 aufgerufen. Ich hatte uns dafür erstmal angemeldet, um dann gemeinsam zu überlegen was wir im Schutzgebiet bei einer Aktions-Wanderung an einem Nachmittag ggf. anbieten können. Vielleicht habt ihr ja eine Idee. Wenn wir zur Pause Verpflegung anbieten, übernimmt die Umweltstiftung die Kosten. Wir sehen uns demnächst und bis dahin eine schöne Zeit wünscht HJH

19.7.2023

Liebe Teilnehmer*Innen,

es ist schon ein paar Wochen her mit meinen letztem Rundbrief, hatte ja auch auf eine „Sommerpause“ hingewiesen. In der Zwischenzeit hat sich doch einiges angesammelt und so untätig waren wir doch nicht. Insbesondere die geschlossene Wildvogel-Pflegestation in Göttingen macht sich nicht nur zeitlich bei mir bemerkbar. Manchmal gefühlte 50 Anrufe wegen aufgefundener oder aufgesammelten angeblich pflegebedürftige Tiere, mit oft nicht einfachen Gesprächen. Eine im Landkreis unerträgliche Situation. Beginnen werde ich mit interessanten Erfolgen und Umsetzungen auch außerhalb vom Bührener Schutzgebiet.

Vielleicht erinnern sich noch einige an die nicht nur öffentlich ausgetragene Auseinandersetzung um den Erhalt der größten Mehlschwalbenkolonie Südniedersachsen in Bursfelde. Hatte doch der Pächter die unsägliche Idee, die Scheune einrüsten zu lassen, während die zurück kehrenden Schwalben das Gebäude anflogen. Es wurde ein Baustopp verhängt und die oberen Gerüstreihen abgebaut, damit die Schwalben ihre Nester anfliegen können. Es dauerte natürlich einige Tage mit der Umsetzung, denn es brodelte gewaltig hinter den Kulissen mit der Klosterkammer als Eigentümer. In ihrer Not versuchten Schwalben an Nebengebäuden zu bauen, flogen um die Gerüststangen herum oder blieben dann ganz weg. In diesem Jahr hat es sich gezeigt, dass sich der große Einsatz gelohnt hat. Die Nester sind wieder gut besetzt, Es lohnt sich dem „Schwalbentreiben“ mal minutenlang zu zu schauen.

Im übrigen hat Herr Radde von den Göttinger Ornithologen, der seit 2017 die Kolonie verfolgt eine kleine Abhandlung dazu geschrieben die im Netz zu finden ist.

Gebäudeartenschutz mit dem Landkreis. Das läuft sehr gut mit dem LK Göttingen. Fast alle Gebäude im Eigentum vom Landkreis wurden in den letzten vier Jahren mit Nist- und Quartierhilfen bestückt. Vor gut vier Wochen sind weitere fünf Gebäude im Bereich der Stadt Hann. Münden möbliert worden.

Kartierer war im Schutzgebiet unterwegs. Im letzten Jahr hatte der Vorstand beschlossen im ersten Halbjahr dieses Jahres mal die Vogelwelt, Libellen und Tagfalter untersuchen lassen. Mal sehen, ob es neben den schon erfassten Arten Neuigkeiten gibt. Mein Eindruck ist, dass durch die anhaltende Trockenheit in den letzten Jahren es einen Artenrückgang insbesondere bei Libellen und Falter gibt.

Der letzte Sturm hat auch im Schutzgebiet seine Spuren hinter lassen. Die umgefallenen Stämme und Äste haben wir soweit auf gesägt. Demnächst werden wir das Schnittgut von der Fläche räumen. Der vom NABU Grundstück über den Weg gefallene Baum haben wir klein gesägt und weggeräumt.

Seltsames Nestgebilde im Erlenauenwald. Am letzten Sonntag bin ich durch den angelegten Erlenauenwald gegangen und habe dabei ein an einem Erlenast angeflochtenes Nest entdeckt. Fein säuberlich mit Erlenblättern verwoben und im inneren weich mit Moos aus gepolstert. Von der Nestgröße her könnte es eine Beutelmeise sein, auch die Nähe des Gewässers spricht dafür. Nur nimmt sie zum Nestbau keine Blätter sondern Gräser und es wäre schon eine kleine Sensation. Vielleicht bekomme ich ja noch raus wer der Baumeister war??

Unter der weit ausladenden Ur-Alteiche als Schattenspender ist eine Ruhepause sicherlich angenehm. Wie schon angekündigt werden die weit nach außen reichenden Äste zur Kronenentlastung im Oktober stark gekürzt. Eine Baumpflegefirma mit Seiltechnik wurde damit beauftragt. Die Kosten werden durch private Spenden, dem Landkreis Göttingen und Bingo die niedersächsische Umweltstiftung getragen. Auf uns kommt dann das Aufsägen und Abräumen der abfallenden Äste und Stämme zu. Keine Kleinigkeit.

Mein Chef von der NABU Stiftung hatte mich schon mehrmals gebeten doch das bundesweite Schutzgebietsbetreuer-Treffen mal im Bührener Schedetal durch führen zu lassen. Immer habe ich mich gewehrt, war der Meinung, da gibt es doch ganz andere Schutzgebiete unter den vielen bundesweit verteilten.

Aber nun ist es soweit, am 1. und 2. September darf ich unser Schutzgebiet meinen Kollegen*innen vorstellen. Da habe ich schon etwas Respekt vor, sind doch durchweg Experten*Innen dabei. Drückt mir einfach die Daumen. Unten ein Auszug vom Rundbrief der NABU Stiftung für seine Betreuer.

Zum Abschluss noch ein paar Mitteilungen:

Bei der niedersächsischen Umweltstiftung hatte ich unter dem Motto „Blühendes Schedetal II“ weitere Fördermittel beantragt. Bis zu 1.500,- € wurden bewilligt für Bäume, Büsche, Pfosten und Schilder. Ab Oktober bis zum Mai 2024 können wir entspannt diese Maßnahme umsetzen.

Wir haben eine Whats App Aktiven Gruppe eingerichtet: Wasser-aktiv-mehr. Darüber werden wir Aktivitäten wie z.B. Bewässern, Anpflanzungen, Mähen mitteilen oder auch Anfragen starten. Wer aus diesem Kreis noch mit machen möchte, bitte über WhatsApp melden.

Vielleicht sollten wir Aktive uns mal gemeinsam im Schutzgebiet treffen um über die allgemeinen Tätigkeiten im Schutzgebiet zu sprechen. Mit Grill oder Kaffee und Kuchen sollte das gelingen.

Schöne Zeit wünscht HJH

11.5.2023

Liebe Teilnehmer*Innen,

der sogen. Wonnemonat Mai fing schon sehr übel an. Einen Tag vorm ersten Mai bekam ich einen Anruf aus dem Bereich der Windmühlen bei Dransfeld. Die Anruferin hatte einen Schlag gehört und dann einen taumelnden Greifvogel vom Windrad fallen gesehen, den ich dann etwas später übernommen habe. Es wurde mal wieder ein Rotmilan in den Windanlagen geschreddert. Gerade jetzt zur Brutzeit umso schwerwiegender, kurzum ein Drama.

Neben der schweren Flügelverletzung hatte der Rotmilan auch einen abgetrennten Fang, der bloß noch an Hautfetzen hing.

Da es Sonntag war, wurde nach einem Tierarzt Notdienst gesucht und zwei gefunden. Jetzt fing das zweite Drama an. Mit dem Notdienst in Bovenden gab es eine ellenlange Diskussion über den Fall Rotmilan. Ich sollte das Tier doch in den Harz bringen, da gebe es wohl eine Auffangstation, oder in die Tierklinik nach Northeim, oder nach Leiferde bei Gifhorn, das Tier hinbringen. Außerdem wäre ihr Wartezimmer voll und sie müsste jetzt auflegen. Gut, einen Notdienst hatte ich ja noch in Hann. Münden. Auch hier wollte man mich nicht, bzw. erst rund vier Stunden später sollte ich mich nochmal melden. Zudem wurde mir die Tierklinik in Northeim oder Kaufungen empfohlen. Alles was ich wollte, war eine Tierärztliche Erstversorgung und einen Rat dazu.

Zum ersten Mai hatte ich dann einen sehr freundlichen Notdienst in Hann. Münden am Telefon, da konnte ich gleich Vormittags hinkommen und aufgrund der schweren Verletzung wurde der Milan eingeschläfert. Am selben Vormittag bekam ich noch eine Meldung aus Dransfeld, weiterer Milan Totfund unterm Windrad.

14 Tage vorher ein Milanfund unter einer Windmühle bei Deiderode, auch der musste eingeschläfert werden. Und dann soll unsere Landschaft noch weiter voll gepflastert werden mit diesen Todesmühlen.

Sorry, warum überhaupt die Mühe, einfach liegen lassen, denn wer schert sich in unserer Gesellschaft schon um ein paar Milan-Kadaver. Bei dem Frust vergaß ich ganz, diese Dinger sollen unser Klima retten und unsere Stromversorgung stabil halten. Von Anfang an wurde der Ausbau der Windräder bevorzugt betrieben. Unsere damalige Vorreiterrolle in der Solarenergie kam auf das Abstellgleis und führende Technologie wanderte ins Ausland. Jetzt erst erinnert sich die Politik an das riesige Potenzial und beruft einen Solargipfel ein. Wo bleiben die Solarflächen auf den Dächern der öffentlichen Hand, die natürlich erst mal Geld kosten im Gegensatz zu den Windrädern. Geld kosten natürlich auch Schutzmaßnahmen, wie Abschaltregler an Windkraftanlagen und welcher Betreiber will die schon zusätzlich einbauen oder eingeschaltet lassen? Hauptsache die Mühlen drehen sich und der Euro rollt. Aber auch die Bewirtschaftungsform von landwirtschaftlichen Flächen in der Nähe von Windrädern muss angepasst werden.

Es darf einfach nicht sein, dass in der Nähe von Windrädern große Flächen von Industriegras hochgedüngt 6 bis 8 Mal turbomäßig gemäht werden. Alles was sich dort in den Zwischeninterwallen angesiedelt hat, überlebt solch einen Mäheinsatz kaum.

Rotmilane, weitgehend Aasfresser, wissen das und fliegen dann dort ein und suchen im kreisenden Flug nach Beute. Dabei werden Windräder übersehen, nicht registriert und sie dabei geschreddert. Bussarde oder andere Greifvögel haben eine andere Jagdstrategie und sind dort auch weniger zu finden. Auch hier fehlt es an der Umsetzung von Schutzkonzepten, die ohne Nachdruck und Finanzierungswille nicht zu erwarten sind.

Ich wünschte mir von Anfang an einfach mehr Vielfalt bei der Umsetzung von der regenerativen Stromerzeugung, zum Wohle des Klimas und der immer weiter schwindenden Artenvielfalt in unserer Kulturlandschaft.

Weiter geht es mit den „guten“ Nachrichten:

Vor gut fünf Jahren wurden die alten Zaunbänder abgebaut und durch neue ersetzt. Zusammen getragen und auf einen Haufen gelegt, um sie dann sicherlich mitzunehmen zur Entsorgung. Da ich hier regelmäßig lang laufe, treffe ich immer wieder auf die alten Bänder, die dann schon ein gewachsen sind. Dann ziehe ich sie raus, in der Hoffnung sie könnten doch gesehen werden und es kommt der Gedanke auf, dass es doch nicht der richtige Entsorgungsort ist.

Auch unser ehem. Pächter sieht die obige Entsorgungsart ähnlich. Weidepfosten und der Draht dazu schlummert fast schon zugewachsen im Gras. Scheint ein generelles Problem in unserer Kulturlandschaft zu sein.

Nun aber genug gefrustet, jetzt noch etwas vom „Blühenden Schedetal“.

Noch im März hatten wir zwei Bereiche Altgrasstreifen gemäht und abgetragen. Das Altgras wurde über den Winter von vielen Arten sehr unterschiedlich zum Überleben genutzt.  Jetzt war es aber an der Zeit Platz für die Frühjahrsblüher zu schaffen.

Auf der jetzt frei gestellten Fläche konnten Schlüsselblume, Leberblümchen, Sternmiere und Co. bestaunt werden. Die von Schafen im unteren Bereich mit ab geweideten Wegrändern erfreuten den Spaziergänger mit einem Blütenmeer. Vielleicht sollten wir im April nächsten Jahres mal eine Frühjahrsblüher Wanderung planen?

Macht bitte Werbung für unser Projekt, für Mitglieder und Aktive.

Mit dem blühenden Feentunnel wünsche ich allen Teilnehmern eine schöne Zeit. HJH

7.4.2023

Liebe Teilnehmer*Innen,

zu der beginnenden „aktiv losen“ Sommerzeit zum Schutz von Flora und Fauna noch ein paar Neuigkeiten mit Bildern ausgefüllt. Vor gut 14 Tagen waren unsere Hausfalken plötzlich wieder da. Erst durch ihr lautes Rufen wurden wir darauf aufmerksam, dass sie ihre mietfreie Wohnung auf dem Dachboden aufgesucht haben. Seit letztem Herbst waren sie nicht mehr bei uns zu sehen und wir dachten schon, dass die vielen dazu gesetzten Jungfalken ihnen doch zu stressig waren und sie sich eine ruhigere Brutstätte gesucht hätten. Auf dem Bild ein noch entspannter Falke mit Blick auf sein Umfeld.

Im Februar hatten Annette, Peter, Dirk und ich noch einen notwendigen und genehmigten Rückschnitt vorgenommen.

Mit Baumsägen und Astscheren und dicken Handschuhen haben wir die Schwarzdornhecke ca. 2 m zurück gesetzt und das Schnittgut abgetragen. Jetzt ist der Weg wieder frei nutzbar für angrenzende Pächter und Besucher im Schutzgebiet. Zwischendurch blieb immer Zeit für einen kleinen Plausch.

Wie es immer so ist bei uns, gibt es nach getaner Arbeit Kaffee, Kuchen und Kaltgetränke mit viel Austausch unter einander. Eine etwas andere Freizeitbeschäftigung zum Wohle unserer Natur.

Für mehr Stabilität soll ein mit Brettern befestigter Dachboden in unserer alten Weidehütte sorgen. Ein Anfang ist gemacht. Er soll auch zur Ablagerung von Gebrauchs Materialien wie Nistkästen, Leitern, Verbissschutz und ähnlichen dienen. Geplant ist auch die maroden Seitenwände so nach und nach zu erneuern.

Im März hatten wir zu einem öffentlichen Obstbaum- Schnittkurs eingeladen, der durch die Nds. Bingo- Umweltstiftung gefördert wurde. Neun Personen waren trotz der unklaren Wetterlage gekommen und konnten an einem sehr gut vorgeführten Kurs teil nehmen. Zum Start waren noch nicht alle Teilnehmer da, aber der Kursleiter stellte schon mal notwendige Werkzeuge zum Schnitt vor.

Danach ging es zum praktischen Teil über und jeder konnte spannendes sehen und erlernen bei den vorgeführten Kronenschnitt. Da das Alter der Obstbäume recht unterschiedlich war, wurde der Schnitt entsprechend angepasst.

Der gut vorgeführte und informative Kurs hat allen Teilnehmern sehr gefallen und zum Schluss, ja das kennen wir ja schon, konnten wir uns noch

stärken in fast gemütlicher Runde. Zwischenzeitlich hatte ein heftiger Windstoß unseren grünen Pavillon zerlegt, wo wir einmal Schutz vor einem starken Regenguss fanden.

m übrigen, unser Baum und Naturlehrpfad wurde schon 1.429 mal angesehen. Schaut doch selbst mal rein und schreibt mir Kritikpunkte oder Wünsche zu. Mit diesem Bild von blühenden Buschwindröschen aus dem Auenwald im Schutzgebiet wünsche ich allen Teilnehmer*Innen schöne und entspannte Ostertage.

22.2.2023

Liebe Teilnehmer*Innen,

für unser Eisvogel-Projekt suchen wir zeitnah noch so rund zwei Schubkarren Sand aus dem nahen Umfeld. Vielleicht liegt ja noch irgendwo auf einem Grundstück ein Sandhaufen, der nicht unbedingt gebraucht wird. Wer Sand übrig hat kann sich bei Hartmut unter Mail gruenewald006@gmail.com melden.

Den angefertigten Brutkasten haben wir zwischenzeitlich aus Ellershausen von der Tischlerei Tewes / Hildebrand abgeholt.

Mit kräftigen Schlägen wurden die Stützpfosten am Standort ein geschlagen.

Der Kasten auf die Stützpfosten aufgesetzt und verschraubt.

Ohne Wathosen hätten wir den Kasten kaum anbringen können.

Jetzt fehlt noch der Sand für den Innenbereich, in dem dann die Brutröhren eingebettet werden. Dann könnte er ja kommen und dort einziehen. Aber oft machen, die einfach nicht das, was wir wollen.

Neues von der Eiche:

Der Entlastungsschnitt findet nun doch erst Anfang Oktober statt. Bis alles geregelt war, verblieb einfach zu wenig Zeit bis Ende Februar. Der Landkreis hat seine hälftige Kostenübernahme bis Ende des Jahres verlängert und die Baumkletterer haben den Termin schon festgelegt. So haben auch wir noch Zeit um Gelder für die Eiche einzuwerben.

Ganz herzlich möchten wir uns für die schon eingegangenen „Eiche“ Spenden bedanken.

Für die Teilnehmer*Innen oder die es noch werden wollen am morgigen Donnerstagvormittag. Wir treffen uns im unteren Schedetal an der Sitzgruppe um 10 Uhr. Dort wollen wir einen ca. 20 m langen Heckensaum etwas ein kürzen, damit der Weg wieder befahrbar wird.

Gerätschaften, Handschuhe sowie Kaffee, Kuchen, Kaltgetränke zum Abschluss bringe ich mit. Bitte Tassen, Becher, Teller selbst mitbringen.

Ein gutes Gelingen und eine schöne Zeit wünscht HJH

(Werbung für den Förderverein und das Bührener Schedetal nicht vergessen)

7.2.2023

Liebe Teilnehmer*Innen

für das neue Jahr wünsche ich allen noch Gesundheit, Frohsinn und ein friedliches beieinander überall.

Auch für das Schutzgebiet Bührener Schedetal wünsche ich uns ein erfolgreiches Jahr in harmonischer Zusammenarbeit.

Es hat sich bei mir alles verzögert, weil ich mal wieder rund 14 Tage kein Internetzugang hatte. Heutzutage eine Katastrophe.

Wer kennt sie nicht, den Leuchtturm im Bührener Schedetal schlechthin. Viele hunderte Wanderer, Spaziergänger aber auch Bewirtschafter haben in all den Jahren die Eiche schon bestaunt, deren Schatten genossen und darüber nachgedacht, was mag diese Eiche schon alles erlebt haben. Nun bereitet die Uralt-Eiche, mit einem Stammumfang von 3,42 m, gemessen in 1,80 m Höhe doch große Sorgen. Sie hatte schon immer eine leichte Neigung nach Westen, die sich meiner Meinung nach verstärkt hat.

Diese Eiche hat ihren Wuchs nicht unbedingt in die Höhe betrieben, sondern hat ihr gewaltiges Kronendach in die Breite gesetzt.

Nun hat sich erst kürzlich ein Spannungsriss von ca. 8 m Höhe an der Ostseite gebildet, der die Bewegung im Stamm anzeigt. Auffällig sind auch an der Ostseite zwei vom Baum stark ausgebildeten Wurzeln, die für mehr Standfestigkeit sorgen sollen. Um der Eiche etwas die Spannung zu nehmen, die Lebensdauer zu verlängern, hielt ich einen Entlastungsschnitt im Kronenbereich für notwendig. Da die Eiche im Landschaftsschutzgebiet (LSG) steht, hatte ich diesbezüglich bei der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) angefragt. Es gab positive Rückmeldungen, zumal solche Landschaftsbäume kaum noch zu finden sind.

Ein vom UNB empfohlener Gutachter und Baumläufer war mit mir Vorort zur Bewertung. Ein gleichmäßiger Kronenrückschnitt von rund drei Meter sollte dem Baum die nötige Entlastung geben.

Nun ist es eine Kostenfrage, die noch geklärt werden muss. Das UNB hat mir heute mitgeteilt, dass sie 50 % der Kosten übernimmt. Super, das macht nicht jeder Landkreis! Der Anteil beträgt 677,- €. Da die Aktion bis Ende Februar durchgeführt werden muss, schlage ich vor, dass der Förderverein den anderen Teil erstmal übernimmt.

Wir sollten alles unternehmen, diesen wertvollen und prägenden Landschaftsbaum durch diese Maßnahme ein längeres Leben zu gewährleisten.

Interessierte können Spenden auf das Konto vom Förderverein Bührener Schedetal Natur & Artenschutz e.V der Sparkasse Göttingen, IBAN: DE87 2605 0001 0056 0870 18  Kennwort Eiche.

Wie in der letzten Rundmail angekündigt, wollen wir im Schedebereich den Lebensraum für den hier vorkommenden Eisvogel aufwerten. Hartmut hat sich diesem Projekt angenommen und durch seine guten Kontakte zur Volksbank dort 250,- € dafür ein geworben. Um Zielführendes zu erreichen, hat Hartmut zu einem erfahrenem Eisvogel-Spezialisten Kontakt aufgenommen. Möglicherweise können wir im Frühjahr schon diskret über konkretes berichten.

Das Bild hat uns Natur Fotografin Margitta Hild zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank!

Solche naturbelassenen Bäche wie hier im Bührener Schedetal gibt es nur noch wenige. Zurückliegend wurden sie zu reinen Abwasserkanälen degradiert, mit fatalen Verlusten an Artenvielfallt und Hochwasserszenarien in den Tälern.

Bäche brauchen Platz zur Aufnahme von Starkregen mit Überflutungszonen, sie brauchen Platz zur Entwicklung ihrer Eigendynamik, die immer wieder veränderte Strukturen im Landschaftsprofil sichtbar stellen. Davon profitieren u.a. der Eisvogel und die Uferschwalbe, die solche Prallhänge oder auch Ufersteilwände für ihr Brutgeschäft brauchen, um nur zwei Spezialisten zu nennen.

Eine in die Jahre und morsch gewordene Bank am Rundweg, die vor gut zehn Jahren mal Bernhard aufgestellt hat, sollten wir mal erneuern. Sie steht gegenüber der Waldecke mit der Jagdhütte und viele Besucher nutzen den Platz mit herrlichem Blick über das Tal.

Vielleicht kennt jemand eine stillgelegte, kostengünstige Bank zum Austauschen?

Einladungen:

Samstag, den 18. Februar habe ich einen Heckenrückschnitt gegenüber der Sitzgruppe geplant, wo wir uns auch treffen.

Beginn 13.30 Uhr, Teilnehmer sollten Astscheren und Handschuhe mitbringen. Dauer ca. zwei Stunden. Bei Regen bitte nachfragen. Bitte melden, wer teilnehmen kann, damit ich planen kann.

Samstag, den 25. März öffentlicher Obstbaumschnitt von 10 Uhr bis 13 Uhr. Geleitet wird der Kurs von Benjamin Peters. Teilnehmer sollten Astscheren mitbringen und sich per Mail bei mir anmelden. Bitte macht Werbung für den Schnittkurs.

Dazu wollen wir zur Stärkung Kaffee, Kuchen und Kaltgetränke anbieten, dazu brauche ich Eure Unterstützung. Natürlich können wir notwendige Maßnahmen auch unter der Woche mal so mit zwei, drei Personen durchführen, einfach mal melden.

Eine schöne Zeit wünscht HJH